Gefahr auf Verschleiß – Wenn Vertrauen an der Stoßstange endet

Jeden Tag fahren tausende Kinder mit dem Schulbus. Doch was, wenn die Kontrolle fehlt – und das Vertrauen trügt? Der Pilotbeitrag zur Serie über Sicherheitsmängel im Schülerverkehr beginnt mit einer Szene in Loitz und endet mit einer klaren Frage: Würden Sie Ihr Kind in diesen Bus steigen lassen?

Sep 19, 2025 - 21:28
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Teil 1: Gefährdete Schulkinder im Fokus
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Teil 1: Gefährdete Schulkinder im Fokus

Was als kindliches Schubsen beginnt, wird zum Protokoll über Unsicherheit.

Die Reportage aus Loitz beginnt unscheinbar – mit einer alltäglichen Szene an der Haltestelle. Kinder steigen in den Schulbus, so wie sie es jeden Tag tun. In der Annahme, dass alles gut ist. Dass jemand geprüft hat, ob der Bus fahrtauglich ist. Dass Sicherheit selbstverständlich ist. Doch genau dieses Vertrauen wird zum Thema – und zur stillen Gefahr. Denn was passiert, wenn niemand mehr wirklich hinsieht?

Begleitet wird der Text von der Stimme einer Frau aus dem OrtHertha L., ein fiktiver Name, der für etwas sehr Reales steht: für das leise Unbehagen, das viele verspüren, aber selten aussprechen. Ihre Sätze sind keine Anklagen, sondern stille Mahnungen. Sie steht für die Menschen, die spüren, dass etwas nicht stimmt – für die, die sehen, was andere übersehen.

Auch die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2024 verunglückte in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich alle 17 Stunden ein Kind im Straßenverkehr. Eine Statistik, nüchtern formuliert – und doch erschütternd in ihrer Alltäglichkeit.

Und dann gibt es da noch den Vorfall aus dem Jahr 2009: Ein Schulbus bei Neubrandenburg geht in Flammen auf. Kinder und Fahrer überleben nur durch Zufall. Die Ursache: ein technischer Defekt. Es ist ein Ereignis, das in der öffentlichen Wahrnehmung längst verblasst ist – aber im Text als Mahnzeichen wieder aufscheint:

Wie schnell Routine kippen kann – in einer Katastrophe.

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