Die Grundidee der immoSoR-Norm – Acht Seiten, eine feste Funktion

Ein Exposé wird nicht sicherer, wenn jede Fassung neu erfunden wird. Es wird sicherer, wenn wiederkehrende Angaben einen festen Platz bekommen. Genau dafür braucht die Werkstatt ein Raster. In Teil 2 unserer Serie zeigen wir, warum Wiederholung keine Einschränkung ist, sondern Ordnung schafft.

Jun 14, 2026 - 21:33
Jun 14, 2026 - 22:19
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Seiten 4 und 5: Die prüffähige Mitte

Seiten 4 und 5: Die prüffähige Mitte

In der Mitte der Broschüre liegt der technische Kern.

Hier wechselt die Aufgabe.

Die Seiten 4 und 5 sollen nicht mehr vor allem Atmosphäre erzeugen. Sie sollen das Objekt prüfbar machen. Der Leser ist nun angekommen. Jetzt braucht er Orientierung. Er will wissen, wie die Räume liegen. Welche Flächen angegeben werden. Welche Berechnungsgrundlage gilt. Welche Pflichtangaben zum Energieausweis vorliegen. Welche Quelle die jeweilige Zahl trägt. Diese Doppelseite ist das Herzstück der immoSoR-Norm.

Auf Seite 4 steht der Grundriss im Mittelpunkt. Er ist keine Verzierung. Er ist die Landkarte des Hauses. Der Plan muss lesbar sein. Die Raumfolge muss stimmen. Die Zeichnung muss helfen, das Objekt zu verstehen. Wenn Maße zu klein sind, erfüllt der Grundriss seine Aufgabe nicht. Wenn wichtige Raumbezeichnungen fehlen, wird der Leser unsicher. Wenn der Plan nicht zum fotografierten Zustand passt, entsteht eine Bruchstelle.

Auf Seite 5 folgt die mathematische Kette. Hier stehen die Flächenangaben, die Berechnungsgrundlage und die Energieangaben. Hier wird klar, was zur Wohnfläche gehört, was als Nutzfläche geführt wird und auf welcher Grundlage die Zahlen übernommen wurden.

Diese Seite braucht Ruhe. Sie darf nicht überladen sein. Aber sie muss vollständig genug sein, um erste Rückfragen aufzufangen.

Typische Fragen lauten:

» Welche Wohnfläche wird angegeben?
» Gibt es eine Nutzfläche?
» Nach welcher Grundlage wurde berechnet?
» Liegt ein Energieausweis vor?
» Welche Werte müssen genannt werden?
» Welche Quelle trägt die jeweilige Angabe?

Die Mitte ist der Ort, an dem erster Eindruck und fachliche Prüfung zusammenfinden. Vorne hat der Leser das Objekt gesehen. In der Mitte versteht er seine Ordnung.

Deshalb müssen Abmaße, Tabellen und Pflichtangaben gut lesbar bleiben. Sie dürfen nicht im Bundsteg verschwinden. Der Leser darf nicht raten müssen. Die Bank auch nicht.


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