Der tuschelnde Keller, das Geheimnis einer Mentorin

In "Der tuschelnde Keller, das Geheimnis einer Mentorin" beobachtet ein Stammgast im Café die inspirierenden Gespräche einer Mentorin und ihrer Mentee über Lebensweisheiten, bewusstes Handeln und persönliche Entwicklung, was Neugier und Nachdenken anregt.

Jan 7, 2024 - 15:25
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Der tuschelnde Keller, das Geheimnis einer Mentorin
Frau im Café (2023)

An einem weiteren Sonntag im Januar, saß die Frau in ihren mittleren Vierzigern erneut mit einem neuen Mentee zum Brunch in meinem Lieblingscafé. Der Ablauf eines Brunches war für mich immer gleich, da ich stets alleine saß. Ich beobachte gerne die Gäste. Zuerst wurde eine Kanne Kaffee bestellt. Danach warf ich kurz einen Blick auf das Brunchbuffet, und dann ließ ich den Tag einfach auf mich zukommen.

An diesem Tag fielen mir jedoch die neuen Gäste auf, da sie meine Aufmerksamkeit erregten. Es schien, als wären sie erst vor Kurzem in die Gegend gezogen, denn es konnte kein Zufall sein, dass mir beide unbekannt sind, aber die Mentorin heute zum zweiten Mal in meinem Lieblingscafé. Mitten in der belebten Café-Atmosphäre vertieften sie sich in ein tiefgründiges Gespräch. Es war die Mentorin, mit ihrer Mentee.

Die Mentorin, elegant und bedacht, teilte ihre Lebensweisheiten mit der gleichaltrigen Frau, die aufmerksam zuhörte. Sie sprachen über die Bedeutung von bewusstem Handeln und wie es zu einem erfüllten Leben beitragen kann. "Es ist wichtig, sich auf positive Dinge zu konzentrieren", hörte ich die Mentorin sagen, während sie in ihrer Teetasse rührte.

Aber eine Sache fiel mir auf, sie schienen vom Charakter her sehr ähnlich zu sein.

Ihre Gespräche umfassten wieder verschiedene Lebensaspekte, von der Wichtigkeit ausreichenden Schlafs bis hin zur Rolle der Musik als Quelle von Freude und Inspiration. Die Mentorin betonte, wie entspannend und klärend das Ritual des Teetrinkens sei und wie wichtig es sei, regelmäßig Zeit für Bücher und Kreativität einzuplanen.

Als die Mentee kurz nach ihrer Tasche griff, um den Tisch zu verlassen, blickte die blonde Dame um sich. Sie stand ebenfalls auf und begab sich zum Buffet. Auf dem Weg sprach sie kurz mit dem Kellner, der mir dabei auffiel, wie er zu mir blickte, während er antwortete.

Ich erinnere mich, dass auch ihre vorherigen Gesprächsthemen vielfältig waren und von der Bedeutung spontaner Momente im Leben bis zur Wichtigkeit des Erlebens von Reisen und Kurzurlauben reichten. "Diese Augenblicke der Ruhe und Schönheit verbinden uns mit der Natur und unserem inneren Selbst", erklärte sie.

Es waren Themen, die für mich immer wieder interessant klangen.

Gegen Ende ihres Treffens sprach die Mentorin über die Wichtigkeit des Miteinanders. "Wir bereichern unser Leben, wenn wir es mit anderen teilen und voneinander lernen", sagte sie.

Bevor sie das Café verließen, vereinbarten sie einen weiteren Termin. Es schien, als würde sie ihre Mentees zu den Treffen im Café auch telefonisch betreuen. Das fand ich insgeheim interessant. Zudem tauschten beide Visitenkarten aus, was darauf hindeutete, dass dies ihr erstes Treffen war. Beide wirkten erfüllt von neuen Ideen und dem Wunsch, ihr Leben bewusster zu gestalten. 

Als ich am Nachmittag ins Fotoatelier zurückkehrte, warf ich einen Blick in die Werkstatt, wo ich zuletzt ihre Visitenkarte hingelegt hatte.

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